Rousseau III, oder: Die Negative Freiheit kapituliert

Mit Rousseau begann der Mythos des radikalen Individualismus: der Mensch beginnt das Spiel des Lebens aus sich selbst heraus, unabhängig, und so soll er auch leben. Diese Annahme war unbewiesen, beruhte sogar auf einer simplen Projektion, aber gerade das machte ihre Wirkmächtigkeit aus. Schließlich glaubten selbst die scheinbaren Kämpfer der Vernunft – die französischen Revolutionäre … Weiterlesen Rousseau III, oder: Die Negative Freiheit kapituliert

10. Ursprünge: Über Rousseau I

Auf Autorität, Tradition, Grenzen und Regeln verzichten zu können, das glaubte der junge Jean-Jacques Rousseau, auf den sich alle radikalen Freiheitsapologeten, Revolutionäre und Progressive von damals bis heute berufen. Der Schweizer Philosoph steht wie kein anderer für den radikalen Subjektivismus, wie er gerade in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dann zumindest im Westen zur vollen … Weiterlesen 10. Ursprünge: Über Rousseau I

9. Die Freiheit frisst ihre Kinder

Wahrheit und Freiheit, Individualität und Souveränität: All diese werden heute nicht mehr primär durch die Zensur eingeschränkt, nicht mehr durch Despoten und Monopolisten, sondern durch ein nie dagewesenes Übermaß an narzisstisch orientierter Unterhaltung, an Konsum, an verwirrender Wahlfreiheit, an nicht zu überblickender Komplexität, an einem information overload, der dem Individuum gar nicht mehr richtig ermöglicht, … Weiterlesen 9. Die Freiheit frisst ihre Kinder

8. These: Grenzenlosigkeit als Gefahr für die Freiheit

Grenzen sind da, um überschritten zu werden, man will „seine Grenzen kennenlernen“: Dazu passt auch, dass man etablierte Autoritäten heutzutage nicht mehr einfach anerkennt, dass man sich sogar gegen diese Autoritäten definiert und damit selbst Herr seines Schicksals sein möchte. Das ist nicht nur das vielzitierte Erbe von 1968, das ist die Basis unseres modernen … Weiterlesen 8. These: Grenzenlosigkeit als Gefahr für die Freiheit

7. Negative Freiheit: Erste Betrachtungen

Nicht nur US-Amerikaner, auch wir Europäer haben zumeist ein allzu negatives Bild von der Autorität. Das Wort allein klingt irgendwie negativ für unsere Ohren, ähnlich wie jene „Grenzen“, die es nicht erst seit der Ära der Globalisierung auszumerzen gilt und die, glaubt man den endlosen Versprechungen der Kultur- und Konsumindustrie, nur dazu da sind, um … Weiterlesen 7. Negative Freiheit: Erste Betrachtungen

6.1. Von der Freiheit zur Souveränität

Natürlich ist nicht alles schlecht an der Konsumgesellschaft. Vieles ist sogar ausgesprochen gut; aber wie bei der Lust, wie beim Kapitalismus, so kann auch der Konsum letztlich nur Mittel sein – wird er zum Zweck, schafft er mehr Probleme als Glückseligkeiten. Da wundert es dann auch nicht, dass ein Leben, dass sich vor allem auf … Weiterlesen 6.1. Von der Freiheit zur Souveränität

5. These: Was ist mit dem „guten Leben“?

Mich interessiert jedoch noch etwas anderes: Selbst wenn ich mich dazu entscheide, das eigene moralische Handeln am eigenen Leben auszurichten, und ich in der Erfüllung dieses Lebens das eigene relevante und mögliche Ziel moralischen und sonstigen Handelns sehe – gelingt mir das denn überhaupt? Ist das denn wirklich tatsächlich möglich, wenn ich dafür konsequent auf … Weiterlesen 5. These: Was ist mit dem „guten Leben“?

II

Demokratie setzt eine bestimmte mündige Haltung bei ihren Bürgern voraus, ebenso wie die Identifikation mit einem souveränen Staat – der per definitionem auch Grenzen besitzt. Die Frage lautet daher: Weshalb ist die generelle Meinung, dass Grenzen böse seien oder überschritten werden müssten, so weitverbreitet im Deutschland unserer Zeit? Und welche Bedeutung hat es, dass auch Begriffe wie „Macht“ oder „Autorität“ zunehmend negativ behaftet sind in unserem alltäglichen Sprachgebrauch? Was sagt das über uns aus und was bedeutet das für … Weiterlesen II